Keine Angst: Der Startschuss verletzt niemanden.

Die international renommierte und preisgekrönte Schweizer Choreografin Tabea Martin ist eine Zauberin. Das konnte auch das Wiener Publikum ab 12 bereits in der vergangenen Dschungel-Saison feststellen, als Martin ihr Team mit dem Tod tanzen ließ. Diesmal wendet sie sich mit einem Feuerwerk an Einfällen an jüngere Kinder. „Geh nicht in den Wald, im Wald ist der Wald“ ist eine überaus vergnügliche Performance, obwohl Spiel und Tanz Gefühle aufzeigen, die alle kennen: Furcht und Frustration, Diskriminierung und Ausgrenzung, Enttäuschung und Vorurteile. Tabea Martin und ihr Team waren für ein kurzes Gastspiel in Wien.

Ditta Rudle
"Articulation", Sujet, fotografiert von Laurent Ziegler

Wenn kein Virus es verbietet, so präsentieren die Studierenden des Abschlussjahrganges Zeitgenössischer und Klassischer Tanz der MuK (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien) zum Ende ihres Studiums einen mehrteiligen Abend mit Choreografien von Professor:innen und Gästen. Acht Absolventinnen und zwei Absolventen hatten vier ganz unterschiedliche Stücke zwischen 20 und 30 Minuten zu bewältigen.

Ditta Rudle
Klevis Neza (Lili), Lucas Leonardo (Arzt).

Reginaldo Oliveira, Chef und Chefchoreograf des Ballettensembles am Landestheater Salzburg, hat mit seiner neuesten Choreografie ein heißes Eisen beherzt angefasst: Trans- und Intersexualität. Die Protagonistin der Uraufführung „Lili, The Danish Girl“ ist die Malerin Lili Elbe, eine Frau in einem Männerkörper. Sie hat sich 1930/31 als vermutlich einer der ersten intersexuellen Menschen einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen. Aus Einar ist Lili geworden. Mit Kraft und Fingerspitzengefühl hat Oliveira die wahre Geschichte auf die Bühne gebracht. Star des Premierenabends am 12. März ist der junge Tänzer Klevis Neza als Einar / Lili.

Ditta Rudle
Vier Paare (im Bild drei) tanzen zu 24 Péludes.

Begegnung“ nennt Martin Schläpfer den dreiteiligen Abend mit der doppelten Uraufführung „Lux Umbra“ von Andrey Kaydanovskiy, Choreografie und Christof Dienz, Musik, sowie der Uraufführung „in Sonne verwandelt“ von Martin Schläpfer zur Musik von Ludwig van Beethoven und der für das Wiener Staatsballett neu eingerichteten Choreografie „24 Préludes“ von Alexei Ratmansky zum gleichnamigen Klavierzyklus von Frédéric Chopin. Ratmansky zieht der Originalfassung eine Bearbeitung für Orchester des französischen Komponisten Jean Françaix vor.

Ditta Rudle
Godwin Merano, Laura Cislaghi, Masayu Kimoto, Andrés Garcia Torres : "Lux Umbra".

Der Ballettabend „Begegnungen“ besteht aus drei Choreografien, die unterschiedlicher nicht sein können. Eröffnet wird mit einer Choreografie von Alexei Ratmansky: „24 Préludes“ von Frédéric Chopin für Orchester bearbeitet von Jean Françaix, nach der ersten Pause folgt Andrey Kaydanovskiys jüngstes Werk: „Lux Umbra“ mit der Musik von Christof Dienz, eine Auftragskomposition. Auf die zweite Pause folgt ein großes Ensemble des Wiener Staatsballetts iund zeigt Martin Schläpfers jüngste  Choreografie „In Sonne verwandelt“ zu Ludwig van Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4. Ein anstrengender dreistündiger Abend.

Ditta Rudle
Tanz ist immer auch Arbeit, meint Jefta van Dinther. Im Bild Freddy Houndekindo.

Jefta van Dinther, Choreograf und Tänzer, geboren in den Niederlanden, aufgewachsen in Schweden, ist längst ein Star der internationalen Tanzszene, auch im Tanzquartier werden seine meist düsteren und rätselhaften Choreografien jubelnd beklatscht. Trotz der Corona-Beschränkungen war die Premiere seiner jüngsten Arbeit – „On Earth I’m Done: Mountains“ – am 21.1. im Tanzquartier nahezu ausverkauft. Mit dem Cullberg-Tänzer Freddy Houndekindo hat van Dinther ein Solo erarbeitet, in dem optische, akustische und kinästhetische Effekte zu einer Einheit werden.

Ditta Rudle

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