Lawrence, Jasmin als Waldrapp und Gabi vor dem Fluggerät.

Ein Biologielehrgang mit Gesang, Tanz und Spielfreude zum Gaudium der Kinder ab 4. Es geht um einen nahezu ausgerotteten interessanten Vogel, den Waldrapp. Gabriele Wappel, Jasmin Steffl und Lawrence Ritchie erzählen von der Zugvogelfamilie, singen eigene Erinnerungen und fliegen mit den Vögeln, damit sie, die im Tiergarten aufgewachsen sind, im Herbst den Weg in wärmere Gegenden finden.

Ditta Rudle
"Tumulus", eine anmutig-groteske Prozession.

Magie ohne Pathos. Der französische Multikünstler und Historiker François Chaignaud kann das. Gemeinsam mit dem Musiker und Chorleiter Geoffroy Jourdain und 13 singenden Tänzer:innen / tanzenden Sänger:innen zeigt er einen Totentanz, ausgeführt von der bunten Gemeinschaft der Lebenden. Eine Prozession fröhlich hüpfender und niedergedrückt sich schleppender, ebenso anmutiger wie grotesker Körper, umtanzt und besingt den Tumulus, den Hügel über dem Grab, der als Monument im Zentrum der Bühne aufragt. Die Toten sind stumm, die Lebenden atmen, dem Publikum stockt der Atem. Der Zauber wirkt, kein Rascheln, Hüsteln, Räuspern 70 Minuten kurz.

Ditta Rudle
Gergö Farkas, Alex Zehetbauer machen mit Luft und Herz  Musik. © Franzi Kreis

Gemeinsam mit dem Tänzer Gergö D. Farkas und dem Musiker Christian Schröder begibt sich Alex Franz Zehetbauer mitten in die Welt. Das Medium ist die Musik, generiert vom Atem der beiden Bewegungskünstler, bunten Schläuchen und dem Soundkünstler Christian Schröder an den Reglern. Von außen betrachtet: Eine Sinfonie von Tönen, Lauten, Geräuschen, ein Konzert zum Hören mit Musikern zum Sehen, die sich nicht schonen. Das wilde Herz schlägt im brut nordwest, ist zu sehen und zu hören. Die gefeierte Premiere war am 5. Mai.

Ditta Rudle
Ballettabend im Wuk: "Bright Red" von Nikiloaus Adler.

Ballett muss nicht unbedingt in Spitzenschuhen und Tutu daherkommen, auch ein Bühnenwerk, in dem die Bewegung zur Musik, also der Tanz, im Mittelpunkt steht, darf Ballett genannt werden. In diesem Sinne meine ich, im WuK ein feines, ja perfektes Ballett gesehen zu haben. Choreografie: Nikolaus Adler, Musik: Elektronik Gruppen + eine Prise Vivaldi; Tänzerinnen: Laura Fisher, Katharina Illnar, Lea Karnutsch, Eva-Maria Schaller; Tänzer: Alberto Cissello, Xianghui Zeng. Das Gesamtpaket: Ein genussvolles Erlebnis.

Ditta Rudle
Mette Ingvartsen: "Unterdrückte Energie freisetzen".

Es scheint ein Bedürfnis zu bestehen, etwas körperlich freizusetzen und ich habe das Gefühl, dass das Stück als Sammelbecken für unterdrückte, enthaltene Energie fungiert und schließlich platzt.“ Die erfolgreiche dänische Tänzerin und Choreografin lädt, vorsichtig und dezent, zum Mittanzen ein. Bei der Premiere im Tanzquartier hat das wunderbar funktioniert. Mette gerät in Raserei, das Publikum lässt sich von der Tanzwut anstecken.

Ditta Rudle
"Ecto-Fictions": Fünf Studierende auf dem Dach.

Parasol nennt sich das im Hebst 2021 ins Leben gerufene Fortbildungsprogramm für junge Tänzer:innen im Tanzquartier. Unter der Anleitung arrivierter Choreograf:innen erarbeitet eine kleine Gruppe ein Stück, das nach dreimonatiger Probenzeit dem Publikum präsentiert wird. Ian Kaler, der erste Mentor, hat sich an seine Kindheit erinnert, als er sich mit den Pferden unterhalten hat, und ein fünfköpfiges Team junger Tänzer:innen mit den zahmen Stuten und Hengsten am Schottenhof bekannt gemacht. Mit der Choreografie „Ecto-Fiction“ erinnert manche Bewegung an die Reiterei und auch an Kalers eigene Tanzsprache, Am 22. April hat das Projekt Parasol mit „Ecto-Fictions“ im Tanzquartier Premiere gehabt.

Ditta Rudle

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