Grupo de Rua mischt Tanz und Akrobatik. © Wonge Bergmann / Kampnagel

Bruno Beltrão und seine Straßengang (Grupo de Rua) sind bekannt für die Erweiterung Hip-Hop und Breakdance zum Bühnentanz. Er unterlegt den mit Zitaten aus der Urban-Dance-Kultur unterlegten Stücken politischen Inhalt. Tanz als Widerstand gegen Unterdrückung und Korruption des rechtsextremen Regimes Jair Bolsonaros. Beltrão / Grupo de Rua sind Kult, man muss ihnen zujubeln. Das Festwochenpublikum weiß das.

Ditta Rudle
Simon Schober, Desi Bonati, Felix Kislich, Chiara Bartl-Salvi spielen auf Zeit.

Sie spielen nicht nur auf Zeit, sondern vor allem mit der Zeit. Die Kompanie Freispiel hat die Zeit, die manchmal zu schnell, dann wieder zu langsam vergeht oder gar stehen bleibt, zum Thema ihrer Komödie gewählt. Mit neuen Darsteller:innen führt die Zeitreise auf Um- und Irrwegen keineswegs geradewegs ins Ziel. Das Kichern, Glucksen und Prusten des jungen Publikums begleiten die vier Spieler:innen für die gut bemessenen 60 Minuten des „Spiels auf Zeit“ im Dschungel Wien.

Ditta Rudle
Lawrence, Jasmin als Waldrapp und Gabi vor dem Fluggerät.

Ein Biologielehrgang mit Gesang, Tanz und Spielfreude zum Gaudium der Kinder ab 4. Es geht um einen nahezu ausgerotteten interessanten Vogel, den Waldrapp. Gabriele Wappel, Jasmin Steffl und Lawrence Ritchie erzählen von der Zugvogelfamilie, singen eigene Erinnerungen und fliegen mit den Vögeln, damit sie, die im Tiergarten aufgewachsen sind, im Herbst den Weg in wärmere Gegenden finden.

Ditta Rudle
"Tumulus", eine anmutig-groteske Prozession.

Magie ohne Pathos. Der französische Multikünstler und Historiker François Chaignaud kann das. Gemeinsam mit dem Musiker und Chorleiter Geoffroy Jourdain und 13 singenden Tänzer:innen / tanzenden Sänger:innen zeigt er einen Totentanz, ausgeführt von der bunten Gemeinschaft der Lebenden. Eine Prozession fröhlich hüpfender und niedergedrückt sich schleppender, ebenso anmutiger wie grotesker Körper, umtanzt und besingt den Tumulus, den Hügel über dem Grab, der als Monument im Zentrum der Bühne aufragt. Die Toten sind stumm, die Lebenden atmen, dem Publikum stockt der Atem. Der Zauber wirkt, kein Rascheln, Hüsteln, Räuspern 70 Minuten kurz.

Ditta Rudle
Gergö Farkas, Alex Zehetbauer machen mit Luft und Herz  Musik. © Franzi Kreis

Gemeinsam mit dem Tänzer Gergö D. Farkas und dem Musiker Christian Schröder begibt sich Alex Franz Zehetbauer mitten in die Welt. Das Medium ist die Musik, generiert vom Atem der beiden Bewegungskünstler, bunten Schläuchen und dem Soundkünstler Christian Schröder an den Reglern. Von außen betrachtet: Eine Sinfonie von Tönen, Lauten, Geräuschen, ein Konzert zum Hören mit Musikern zum Sehen, die sich nicht schonen. Das wilde Herz schlägt im brut nordwest, ist zu sehen und zu hören. Die gefeierte Premiere war am 5. Mai.

Ditta Rudle
Ballettabend im Wuk: "Bright Red" von Nikiloaus Adler.

Ballett muss nicht unbedingt in Spitzenschuhen und Tutu daherkommen, auch ein Bühnenwerk, in dem die Bewegung zur Musik, also der Tanz, im Mittelpunkt steht, darf Ballett genannt werden. In diesem Sinne meine ich, im WuK ein feines, ja perfektes Ballett gesehen zu haben. Choreografie: Nikolaus Adler, Musik: Elektronik Gruppen + eine Prise Vivaldi; Tänzerinnen: Laura Fisher, Katharina Illnar, Lea Karnutsch, Eva-Maria Schaller; Tänzer: Alberto Cissello, Xianghui Zeng. Das Gesamtpaket: Ein genussvolles Erlebnis.

Ditta Rudle

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