Arne Mannott: 20 Jahre lang Zirkusartist.

Zirkus, Circus, Circo, alter Zirkus, Neuer Zirkus (Cirque Nouveau), umstritten und beliebt, ein eigenes Genre zwischen Sport und Körperdarstellung, vielfältig und staunenswert, eher ein Event als in den klassischen Kunstbegriff passend, doch in Zeiten wie diesen überaus beliebt. Zirkus will erlebt und bestaunt werden, ist eine schöne Kunst, zählt aber (noch) nicht zu den „schönen Künsten“, doch immerhin ist Zirkus seit 2005 als „europäisches Kulturgut“ anerkannt. Arne Mannott, seit 20 Jahren Zirkusartist, hat davon genug. Das Jonglieren mit Keulen und Kugeln langweilt ihn, er strebt nach Neuem. Nach Höherem? In seiner Performance, „circus“,  nimmt er Abschied von seiner bisherigen, vor allem als Solist ausgeübten, Tätigkeit.

Ditta Rudle
Capulets gegen Montagues: Rauferei auf dem Marktplatz

Noch vor dem ersten Lockdown konnte der Ballettdirektor am Salzburger Landestheater, Reginaldo Oliveira, seine neue Choreografie nach Shakespeares Drama „Romeo und Julia“ im Februar 2020 den Premierenapplaus des anwesenden Publikums genießen. Jetzt hat er mit seiner gut trainierten Compagnie das Ballett für die Netzbühne einstudiert und macht so seine Kreation auch einem Publikum außerhalb Salzburgs zugänglich. Die perfekte Aufzeichnung ist bis 6. April zugänglich.

Ditta Rudle
"Liebesbriefe" in zehn Szenen von Mei Hong Lin.

Liebesbriefe“ an ihr Publikum, an die Welt, an die Zukunft, senden die Choreografin und Direktorin von Tanzlin.z und ihre Compagnie in Zeiten der Pandemie. Entstanden ist ein großartiger Tanzabend, authentisch und abwechslungsreich, eigens für den Video-Stream choreografiert, geprobt, professionell gefilmt und geschnitten. Die Bühnenpremiere war für den 6. März 2021 geplant, die Umstände waren dagegen. Tanzlin.z hat reagiert, einen Tag vor der geplanten Uraufführung hat Jonatan Salgado Romero einen Film gedreht, der als Netzpremiere am 13. März gezeigt worden ist. Bis 10.4. ist die Aufführung auf der Website des Landestheaters abrufbar.

Ditta Rudle
Malandain Ballet Biarritz: "Marie Antoinette"

Am 13. Februar 2021 wollte Ballettchef und Choreograf Thierry Malandain mit seinem Ballet Biarritz im Festspielhaus Sankt Pölten seine jüngste Kreation, das Ballett „Marie Antoinette“ zeigen. Covid-19 hat’s verhindert, die 80 Minuten von der Hochzeit der Tochter Maria Theresias mit dem französischen Thronfolger, dem späteren König Louis XVI, bis zum Poltern des Fallbeils, können jedoch bis Montagmorgen, 15.2., als Videoaufzeichnung auf festspielhaus.at betrachtet werden.  Eine Aufzeichnung gibt nicht wirklich wieder, was der Choreograf  zeigen wollte, sie ist weniger für den Genuss des Publikums gedacht als für dessen Information oder für die Ablage im Archiv. Ein Surrogat, dem Atmosphäre, Tiefe und Wärme fehlt.

Ditta Rudle
Michael Turinsky, Tänzer mit prekären Bewegungen

Unterfüttert mit Humor und garniert mit schelmischen Blicken monologisiert Michael Turinsky in seinem jüngsten Solo „Precarious Moves“ im Tanzquartier über die Möglichkeiten der organisierten Bewegung, also der Choreografie, wenn dem Körper Grenzen gesetzt sind, er nicht so will, wie es sich der Choreograf oder Tänzer vorstellt. Erst im dritten Teil macht er in einer ruhig fließenden Choreografie die Probe aufs Exempel. Der verdiente Applaus kommt aus dem Off, Turinsky ist mehr als eine Stunde auf sich gestellt, allein im großen Saal auf dem weißen Bühnenteppich. Drei Tage lang, vom 8. bis 10. Jänner 2021, ist das Video online zu sehen.

Ditta Rudle
Alexander Kaden, Keisuke Nejime; Felipe Vieira, Gabriele Aime bei der Probe.

Zweimal verschoben und endlich aufgeführt – als Geistervorstellung. Die Premiere der für 24. November geplanten Vorstellung Martin Schläpfers und des neu formierten Ensembles des Wiener Staatsballetts mit „Mahler, Live“ hat am 4. Dezember vor Tanzjournalist*innen und Mitarbeiter*innen endlich stattgefunden. Eine Belohnung für die hart arbeitenden Tänzer*innen. Applaus war verboten, er wäre wohl zu dünn gewesen.

Ditta Rudle