Samuel O'Shean mit Frankensteins Monster am Kaffeetisch. (Gabriel Byrne und Michael Hearn)

Die Geschichte ist nicht neu: Ein alternder Frauenheld und engagierter Trinker blickt auf sein Leben zurück und bereut seine Fehler und Sünden. Doch was der kanadische Regisseur in „Death of a Ladies‘ Man“ erzählt, ist mehr als Gejammer eines einsamen Mannes über sein verpatztes Leben. Schon der Filmtitel, zugleich der Titel eines Albums des kanadischen Poeten und Sängers Leonard Cohen, verrät, dass es auch um Bissonnettes verehrten Landsmann geht. Gemeinsam mit dem irischen Darsteller Gabriel Byrne in der Hauptrolle hat Bisonnette mit Witz und Fantasie einen charmanten Film gedreht, der, tragisch und komisch, skurril und immer von neuem überraschend, von der Musik zusammengehalten wird.

Ditta Rudle
Als Floridsdorf noch nicht bei Wien war: das pompöse Rathaus.

Die beiden Autoren, Beppo Beyerl und Thomas Hofmann, treffen einander immer dann, wenn es in Wort und Bild um Wien und seine Bewohnerinnen geht. Beyerl, 1955 in Wien / Hadersdorf geboren, ist von Beruf Wienkenner, Erzähler und Schreiber, die Vergangenheit ist ihm ebenso nahe wie die Gegenwart; sein Mitautor Hofmann, 1964 ebenfalls als Wiener geboren, ist Leiter der Fachabteilung Bibliothek, Verlag & Archiv der Geologischen Bundesanstalt, da bleibt offenbar auch viel Zeit zu schreiben, solo und à deux. Das neueste Werk des Duos handelt von den Dörfern, die rund um den Kern von Wien als Vororte ab dem 19. Jahrhundert in mehreren Schüben eingegliedert worden sind, die Stadt zwar vergrößert, doch ihre dörfliche Struktur oft behalten haben. Beyerl und Hofmann bieten einen reich bebilderten Spaziergang durch die Stadt und an ihre Ränder.

Ditta Rudle
Kent Haruf in Salida, seinem letzten Wohnort in Colorado. © Cathy Haruf

Von seinem ersten Roman an siedelt Kent Haruf seine Geschichten über das menschliche Wesen in der fiktiven Kleinstadt Holt im gebirgigen Bundesstaat Colorado an. So auch in seinem zweiten Roman „Where You Once Belonged”, in der deutschen Übersetzung „Ein Sohn der Stadt“ genannt. Hauptperson ist der charmante, doch rücksichtslose Jack Burdette, der sich im Städtchen als Fußballstar beliebt macht und dies so skrupellos ausnützt, dass er nicht nur ein Leben zerstört. Als zweite Romanveröffentlichung Harufs ist "Where You Once Belonged" 1990 in New York erschienen.

Ditta Rudle
Claire Fuller, geboren 1967 in Oxfordshire / England.  © Adrian Harvey/ Piper Verlag

Nach den beiden erfolgreich übersetzten Romanen „Eine englische Ehe“ und „Bittere Orangen“ (Originaltitel „Swimming Lessons“, 2017 und „Bitter Orange“, 2018) ist nun auch Claire Fullers Debütroman „Our Endless Numbered Days“, 2015, übersetzt. „Unsere unendlichen Tage“ erzählt von einem Vater, der allerlei Verschwörungstheorien erliegt und mit seiner heranwachsenden Tochter in einer menschenleeren Waldgegend den Weltuntergang überleben will. Naturschilderungen sind die schöne Seite dieses anrührenden Romans, der Überlebenskampf und die Konflikte mit dem Vater die bedrückende Seite dieses Romans.

Ditta Rudle
Dorothee Gelhard gibt 50 Antworten. © privat

Die Tanzwissenschafterin Dorothee Gelhard möchte mit den 50 Antworten auf 50 Fragen das Interesse an Ballett und Tanz und das Verständnis dafür wecken. Teils banal und trivial, teils fundiert und ernsthaft wandert sie durch die Ballettgeschichte bis sie bei Tanz und Performance landet. Camille Deschiens hat Fragen und Antworten in zarten Farben illustriert und zugleich die Nummern der 50 Kapitel mit dem Pinsel eingefügt. Wenn dürre Worte es nicht können, die Aquarelle von Deschiens vermitteln die Poesie, die dieser so schwierigen, geliebten und flüchtigen Kunst innewohnt.

Ditta Rudle
Martin Sieghart dirgiert das Brucknerorchester. © Liva / Brucknerhaus

Der Cellist, Chorleiter und Dirigent Martin Sieghart ist im Frühjahr 70 Jahre alt geworden und hat sich Zeit genommen, Bilanz zu ziehen. Am Schreibtisch. „Ein Musikerleben in 50 Kapiteln“ ist der Untertitel seiner Erinnerungen mit dem Titel „Übergänge“. Wie er im Vorwort sagt, geht es um Vergangenes, Erlebtes und auch um Zukünftiges, Erträumtes und eben die Übergänge zwischen den beiden Polen. Bekenntnisse und Erinnerungen, Fantasien und Tatsachen, die sich flüssig lesen.

Ditta Rudle