Samuel O'Shean mit Frankensteins Monster am Kaffeetisch. (Gabriel Byrne und Michael Hearn)

Die Geschichte ist nicht neu: Ein alternder Frauenheld und engagierter Trinker blickt auf sein Leben zurück und bereut seine Fehler und Sünden. Doch was der kanadische Regisseur in „Death of a Ladies‘ Man“ erzählt, ist mehr als Gejammer eines einsamen Mannes über sein verpatztes Leben. Schon der Filmtitel, zugleich der Titel eines Albums des kanadischen Poeten und Sängers Leonard Cohen, verrät, dass es auch um Bissonnettes verehrten Landsmann geht. Gemeinsam mit dem irischen Darsteller Gabriel Byrne in der Hauptrolle hat Bisonnette mit Witz und Fantasie einen charmanten Film gedreht, der, tragisch und komisch, skurril und immer von neuem überraschend, von der Musik zusammengehalten wird.

Ditta Rudle
Håkan Nesser, literarische Schwedenbombe. © Andreas Ortner_Trunk Arcihve  / btb

Mit einem Roman im Roman eröffnet Håkan Nesser die Partie. Könige, Damen und Bauern sind allerdings nicht im Spiel, weil der Titel von Nessers jüngstem Roman ein Gleichnis ist. Autoren verschwinden von der Bildfläche und Gunnar Barbarotti, der Kommissar, fragt sich, ob es angesichts des grassierenden Virus wirklich wichtig ist, nach den verschwundenen Dichterlingen zu suchen. „Ist das nicht“, denkt er, „wie Schachspielen unter dem Vulkan?“. Keine Sorge, er löst die Rätsel, es dauert nur eine Weile, denn Nesser hat einiges über den Literaturbetrieb und auch die Leser:innen zu sagen.

Ditta Rudle
Schauspielerin und Weltverschönerin Monica Weinzettl

Die Schauspielerin Monica Weinzettl hat mehrere Leidenschaften, und eine davon ist das Verschönern von Heim und Hof, das Aufpolieren alten Krempels, das Arrangieren von Objekten, die scheinbar nicht zusammenpassen. Bei Monica Weinzettl passt alles zusammen. Wenn schon nicht die gesamte Welt, so will sie wenigstens ihre eigene und die ihrer Freundinnen, Fans und Anhängerinnen und neuerdings auch Leserinnen verschönern. „Weltverschönerin“ nennt sie ihre Website, und so ist auch der Titel des bunten Bandes, der grade rechtzeitig in den Buchhandlungen aufliegt, um sich daran zu erfreuen und ihn auch mehrfach zu verschenken.

Ditta Rudle
Finlandia-Preis für Autor Pajtim Statovci. © www.nordisch.info / Anniliina Lassila)

Im deutschen Sprachraum noch relativ unbekannt, ist Pajtim Statovci, geboren 1990, in seiner Heimat Finnland und bei Englisch sprechenden Leser:innen als Autor hoch angesehen. Sein jüngster Roman, „Grenzgänge“, ist der erste, der auf Deutsch übersetzt worden ist. Der Icherzähler, Bujar, erzählt von seiner Kindheit in Albanien und seiner Reise durch die Welt auf der Suche nach sich selbst.

Ditta Rudle
Schriftsteller und Menschenfreund: Marco Balzano. © Balzano 78 / wikipedia

Mit den Romanen „Resto qui“ und „L'ultimo arrivato“ hat sich der Mailänder Lehrer Marco Balzano, 43, in die erste Riege italienischer Autoren geschrieben. Die Übersetzungen, „Ich bleibe hier“ und „Das Leben wartet nicht“, waren auch im deutschen Sprachraum ein Erfolg. Seinen jüngster Roman, „Wenn ich wiederkomme“, widmet er den illegalen, vor allem weiblichen Pflegekräften aus Osteuropa, die in Österreich wie in Italien und in vielen anderen Ländern Westeuropas fremde Menschen pflegen, um ihrer Familie ein besseres Leben zu bieten. Balzano hat sich den Alltag der Frauen genau angesehen, lässt Daniele aus Rumänien in „Wenn ich wiederkomme“ davon erzählen.

Ditta Rudle
Erwin Riess, Schriftsteller und Behindertenaktivist. © Alexander Golser

Herr Groll und Josef sind wieder auf Tour. Die zwei, also Groll, vornamenlos, und sein Rollstuhl, mit Vornamen Josef, waren schon fast überall, wenn ich mich nicht irre, sogar in New York. Diesmal allerdings sind sie in Salzburg, wo es knapp vor Beginn der Festspiele turbulent zugeht. Wölfe zerfleischen geistliche Würdenträger, unheimliche Puppen hängen in Parks und auf Plätzen, und Groll soll den verschwundenen Freund einer liebeslustigen Festspielabonnentin suchen. Diese Suche soll den roten Faden von Erwin Riess Krimi „Herr Groll und die Wölfe von Salzburg“ bilden.

Ditta Rudle