Bestsellerautor Joël Dicker am Genfer See. Lizenzfrei / © Jeremy Spierer-

Mit seinem ersten Roman, „La Vérité sur l’Affaire Harry Quebert“, hat der Schweizer Autor Joël Dicker 2012 in seiner Heimat und in Frankreich, und ein Jahr später auch im deutschsprachigen Raum, („Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“), Furore gemacht. Damals war er noch keine 30 Jahre alt. Jetzt ist sein vierter Roman auf Deutsch erschienen, und „Das Geheimnis von Zimmer 622“ hat mich ebenso gebannt wie der endlose Spaziergang durch ein verspiegeltes Labyrinth, aus dem man ohne Hilfe nicht herausfindet, und im Grunde gar nicht heraus will, weil es darin so schön verwirrend ist.

Ditta Rudle
Geschichtenerzähler und Naturliebhaber Thomas Sautner. © Picus Verlag

Zwischen Natur und Kunst, Ironie und ernsthaften Missionierungsversuchen, zwischen Spruchweisheiten und erdiger Erotik pendelt Thomas Sautners neuer Roman mit dem irritierenden Titel: „Die Erfindung der Welt.“ Irritierend, weil die Welt ja schon da ist und nicht erst erfunden werden muss, sie kann bestenfalls vermessen werden, aber diesen Titel hat bereits Daniel Kehlmann beansprucht. Und bei ihm ist auch drinnen, was draufsteht.

Ditta Rudle
Autor und Journalist Marco Missiroli.i. © riminitoday.it

Der in seiner Heimat Italien überaus erfolgreiche Autor Marco Missiroli hat auch mit seinem 6. Roman wieder einen Bestseller geschrieben. „Treue“ schildert eher Formen der Untreue vor allem in der Ehe. Originell ist das Thema nicht gerade, und die Kälte, mit der Missiroli als allwissender Beobachter des Ehepaares Carlo und Margherita beschreibt, lässt jegliche Dramatik und auch Originalität vermissen. Man hält bis zum Ende durch, wie Margherita an ihrer langweiligen Ehe festhält, weil man wartet, dass etwas passiert. Enttäuscht klappt man die Dutzendware zu.

Ditta Rudle
Raphaela Edelbauer, 2019. © Bwag

Die Wiener Autorin Raphaela Edelbauer ist gerade mal 30 Jahre alt und schon mehrfach preisgekrönt. Nach dem „philosophisch-fantastischen“ (ORF) Roman „Das flüssige Land“, der auf allerlei Shortlisten genannt worden ist, widmet sie sich nun in dem „technisch-fantastischen“ Roman der Zukunft. „Dave“ ist der Titel der Science-Fiction und zugleich der Name einer hochentwickelten künstliche Intelligenz (KI), der kaum mehr etwas fehlt an Hirnschmalz, nur ein fühlendes Herz hat sie nicht.

Ditta Rudle
Von der Bühne an den Computer: Katrine Engberg © Les Kaner / Diogenes

Mit einem Titel, der eher auf eine Komödie denn auf einen Krimi schließen lässt, hat die Dänin Katrine Engberg Kritiker*innen und Leser*innen gleichermaßen erobert: „Krokodillevogteren /Krokodilwächter“ ist 2016 in Kopenhagen erschienen, zwei Jahre später war die deutsche Übersetzung auf dem Markt. Da hatte sie schon die nächsten zwei Bände fertiggestellt. Inzwischen sorgt in Dänemark bereits der 5. Band für Spannung. Engbergs Romane erscheinen in 20 Ländern.

Ditta Rudle
Autorin Brita Steinwendtner, 22 Jahre ntendantin der Rauriser Literaturtage. © David Sailer IMAGES

In ihrem neuen Roman, „Gesicht im blinden Spiegel“ blickt Brita Steinwendtner mehr als 150 Jahre zurück und berührt mit ihrer feinen, poetischen Erzählung von Krieg und Frieden doch auch die Gegenwart. Mit 16 Jahren und lautem Hurra zieht der deutsch-böhmische Trompeter Johannes Czermak in den Krieg. In der Schlacht bei Königgrätz will er seine Heimat Österreich gegen die Armee der Preußen verteidigen. Schwer verletzt bleibt er auf dem Schlachtfeld liegen.

Ditta Rudle