Leonardo da Vinci (?): "Salvator Mundi".

Zwei Filmdokumentationen befassen sich mit einem Bild von Leonardo da Vinci, das, echt oder unecht, aufgetaucht und wieder verschwunden, die Kunstwelt ein Jahrzehnt in Aufregung versetzt hat und noch heute vor Rätsel stellt. Der dänische Regisseur Adreas Koefoed und sein französischer Kollege Antoine Vitkine erzählen die spannende Geschichte des „Salvator Mundi“ als Krimi, der besser nicht ausgedacht werden könnte. „The Lost Leonardo“ ist der Titel der dänisch-französischen Produktion für die große Kinowand. Antoine Vitkine hat seinen Film mit dem knappen deutschen Titel „Der letzte Leonardo“ im Auftrag des französischen Fernsehens hergestellt. Dementsprechend schneller ist der Film zu den Zuschauer:innen gelangt. Der Kinofilm Koefoeds harrt des Endes des Lockdown.

Ditta Rudle
Sara Lanner in "Mother Tongue", 2020. © Stanislaus Kernjak

Aus der Dunkelheit kriecht ein Wesen, nur die Kupferplatte, die es als Panzer trägt, leuchtet, knistert und knallt bei jeder Bewegung. Die am Boden robbende Person bleibt nicht allein, eine zweite löst sich aus dem Höhlenhintergrund, und bald entsteht eine Beziehungen zwischen Frau und Mann.

Ditta Rudle
Choreograf Radouan Mriziga, Tänzerin Sondos Belhassen.

Eins, zwei, drei – Sonne, Mond und Erde, eine Trilogie. Drei mal drei – Raum, Musik, Körper -, neun Komponenten für drei Tänzerinnen. Radouan Mriziga spielt mit der Trias, der Dreiheit, die in allen Religionen den Göttern zugeordnet ist, wenn er seine Werke konstruiert. Der in Brüssel lebende Tänzer ist Choreograf und wird im November mit der Mondgöttin ins Tanzquartier kommen. „Ayur“ nennt er das Mittelstück seiner neuen Trilogie, einer Trias aus Architektur, Tanz, Musik / Text.

Ditta Rudle
"Aufruf": Eva-Maria Schaller nach Hanna Berger. © Christpher Mavric

A choreographic encounter with Hanna Berger” nennt die Tänzerin Eva-Maria Schaller ihr Solo „Recalling her Dance“ im Untertitel. Hanna Berger war nicht nur Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin, sondern auch erklärte Gegnerin der Nationalsozialisten. Diese Haltung wirkte sich auch in ihren Solos aus. Drei davon hat Schaller zu einer persönlichen Begegnung mit Berger gestaltet. Nach der Online-Premiere von „Recalling her Dance“ im Juni 2021 war die intensive Performance einmalig im Rahmen von ImPulsTanz im MuTh zu sehen.

Ditta Rudle
Elisabeth Schwartz tanzt ein Solo von Isadora Duncan. © Veronique Ellena

Mit seiner Lecture-Performance beschreitet der französische Choreograf Jérôme Bel neue Wege, er widmet sich dem Tanz, ganz speziell dem der Begründerin des Bühnentanzes ohne Spitzenschuh und Tutu, der Amerikanerin in Paris, Isadora Duncan. Die der legendären Tänzerin von Bel im Rahmen vin ImPulsTanz im MuTh gewidmete Stunde ist durch Elisabeth Schwartz, Duncan-Tänzerin der 3. Generation, nicht nur lehrreich, sondern auch überaus vergnüglich geworden. Selbst für jene, für die Isadora Duncan mehr als eine Legende ist.

Ditta Rudle