Albrecht hält den schwebenden Geist von Giselle. (Cherevychko, Bottaro).

Mit Schwung erscheint Denys Cherevychko als Herzog Albrecht auf der Bühne und leitet damit einen großartigen Abend ein, der ganz der in der Ballettschule der Mailänder Scala ausgebildeten Solotänzerin Elena Bottaro gehört. Mit ihrem Rollendebüt als Giselle bezaubert sie das Publikum und verführt auch den Dirigenten, Jendrik Springer, ihren sanften Bewegungen willenlos zu folgen. Diese 88. Aufführung des romantischen Balletts in der Choreografie von Elena Tschernischowa am 20. Februar gerät mit perfekten Blumenwürfen und jubelnden Kolleg:innen zum Fest.

Ditta Rudle
Die Wilis tanzen zum Weinen schön. In der Mitte Eszter Ledán, Sonia Dvořak

Doppelte Freude: Der Zuschauerraum ist rappelvoll und auf der Bühne wird hohe Tanzkunst zelebriert, die von Liebe, Verrat und Rache erzählt. Die aufgefrischte Version der Choreografie von Elena Tschernischova lässt die Solistinnen und Solisten ebenso brillieren wie das Corps de Ballet, das sich in seltener Einigkeit präsentiert und in beiden Akten, da natürlich vor allem die Damen, keine Müdigkeit aufkommen lässen. Der Schlussapplaus war dementsprechend laut und langanhaltend.

Ditta Rudle
der Verein zur Rettung der Dinge: Peter Ketturkat, Karin Bayerle. © privat

Der Verein zur Rettung der Dinge, das sind Karin Bayerle und Peter Ketturkat, hat mit seinem Puppen- und Objekttheater einem Publikum jeglichen Alters schon mehrfach Entzücken und Erkenntnis gebracht. Mit dem Spiel „die Regentrude“ nach Theodor Storm ist dem Paar ein Meisterwerk gelungen. Mit Puppen und Objekten zeigen sie eine Parabel über Mensch und Natur, so amüsant wie tiefsinnig, ein Klimastück, ohne das Wort Klima zu benutzen.

Ditta Rudle
Ein Modellsegelschiff nimmt allerlei Passagierinnen und Passagiere auf.

Werk 89 & Marionettentheater Schwandorf zeigen eine Schiffsreise. „Leinen los!“ lebt von den Puppen, bewegt und gesprochen von Michael A. Pöllmann, und dem wunderbaren Segelschiff aus Holz. Zwei Kinder spielen Hänschen klein und segeln in die weite Welt hinein, sie bleiben nicht allein, denn allerlei exotische Passagiere wollen mitsegeln. Premiere des märchenhaften Puppenspiels war am 11. Februar im Dschungel.

Ditta Rudle
"Buddha": Drahtobjekte, nicht nur als Dekoration.

Mit dem erst in dieser Saison zusammengefügten Ensemble von Tanzlinz hat der indisch-australische Choreograf Ashley Lobo das Tanzstück „Buddha“ einstudiert. Buddha ist weder Gott noch Prophet, sondern einer, der erwacht ist und gelernt hat, den beschwerlichen Lebensweg, der nur von kurzen Glücksmomenten gelindert wird, mit Gleichmut zu ertragen. Sechs Tänzerinnen und sieben Tänzer zeigen bei der Premiere am 10. Februar in der Black Box des Musiktheaters mit Energie und Präzision ein rätselhaftes Stück, das beeindruckt, aber auch ermüdet und kaum zu entschlüsseln ist.

Ditta Rudle
Schwankende Gestalten in "Lux Umbra" von A. Kaydanovskiy

Zwei Uraufführungen und eine eigens für das Wiener Staatsballett erdachte Neueinstudierung einer Choreografie sind unter dem Allerweltsbegriff „Begegnungen“ zu einem dreiteiligen Ballettabend zusammengefasst. Getanzt hat das Wiener Staatsballett in der Volksoper. Alexei Ratmansky hat seine 2013 für das Royal Ballet geschaffene Choreografie „24 Préludes“ (von Frédéric Chopin) für Wien adaptiert; Martin Schläpfer lässt ein großes Ensemble zu Ludwig van Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur tanzen und dazwischen ist ein neues Werk von Andrey Kaydanovskiy eingeklemmt: „Lux Umbra“ zur Komposition von Christof Dienz. Gerrit Prießnitz dirigiert das Orchester der Wiener Volksoper.

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