Sara Lanner in "Mining Mind", Costas Kekis im Hintergrund.

Im Rahmen von [8:tension] waren zwei Arbeiten zu sehen, die unterschiedlicher nicht sein können. Die Tänzerin, Choreografin und bildende Künstlerin Sara Lanner hat gemeinsam mit Costas Kekis „Mining Minds“ im Kasino am Schwarzenbergplatz gezeigt; Susanne Songi Griem war im Schauspielhaus mit dem Musiker Pete Prison IV und Agnes Bakucz Canário mit „Fisch und Schwan in Negligé“ auf der Bühne.

Ditta Rudle
Großartiges Lichtdesign von Minna Tikkainen.

Rosas heißt Anne Teresa De Keersmaekers Compagnie, gewidmet ist die neue Arbeit, „Mystery Sonatas“, zur gleichnamigen Komposition von Heinrich Ignaz Franz Biber fünf kämpferischen Frauen mit Namen Rosa: Rosa Bonheur, Rosa Luxemburg, Rosa Parks, Rosa Vergaelen und Rosa, die 15-jährige Klimaaktivistin, die bei den Überschwemmungen in Belgien im Jahr 2021 ums Leben gekommen ist. So weit so schön – 90 Minuten lang. Weniger schön ist, dass das Publikum bestraft wird, indem es weitere 45 Minuten (also fast zweieinnhalb Stunden insgesamt) im Dämmerlicht ausharren muss. Die Erschöpfung der doppelten Konzentration auf Tanz und Musik macht sich auch im wenig animierten Premieren-Applaus hörbar.

Ditta Rudle
"Allegro brillante" von George Balanchine zum Anfang der Gala.

160 Euro, den Friseur nicht eingerechnet, hat die Dame in der Loge ausgegeben, um eine festliche Ballettvorstellung zu sehen. Bekommen hat sie einen glanzlosen bis langweiligen Abend, mit einer Einlage von Schülerinnen (garniert von Schülern) der Ballettakademie und einer Flamenco-Darbietung. Mit dem Tänzer und Choreografen Rudolf Nurejew hat der von Manuel Legris unter dem Titel „Nurejew Gala“ eingeführte Saisonabschlussabend gar nichts zu tun. Es würde niemandem wehtun, gäbe es schlicht eine „Gala“ zum Saisonende. In der kommenden Saison verzichtet Ballettchef Martin Schläpfer ohnehin auf ein zu 100 Prozent ausverkauftes Haus und einen würdigen Saisonausklang.

Ditta Rudle