Festzuhalten ist, dass im Zweiten Weltkrieg von England aus mutige, junge Frauen ins besetzte Frankreich gesandt wurden, um den Feind zu sabotieren. Den SOE-Agentinnen, die von der britischen Special Operations Executive eingesetzt worden sind, widmet die Verlegerin und Autorin Elisabeth Sandmann mit dem Roman Wir dachten, das Leben kommt noch ein Denkmal. Harte, recherchierte Tastsachen sind in eine spannende Handlung gebettet ohne zu romantisieren.
Ein Zug fährt durch die Nacht. Drei Reisende, ein bekannter Autor, sein Student und eine junge Frau trotzen dem Zufall der Begegnung, indem sie einander erzählen, was sie bewegt. Die Geschichten werden zu einem schillernden Puzzle, werden zu einem Roman, zum ersten Roman, der spanischen Literaturprofessorin Marta Pérez-Carbonell: Nada más ilusorio / Nichts könnte trügerischer sein. Ein Glücksfall. Schnell bin ich mittendrin in dem Gespinst aus Wörtern, Sätzen, Geschichten, wahr oder erfunden, real oder fiktiv.
Ein Berg beginnt zu tanzen, ein Lama steht in der Küche; Marie flieht aus der Stadt und kraxelt in die Einsamkeit. Drei lesenswerte Romane würde ich gerne unter dem altmodischen Begriff Heimatroman zugleich vorstellen. Doch um die Bücher Nincshof, Der tanzende Berg und Wild wuchern nicht mit dem durch die Nazis angepatzten Begriff zu verunglimpfen, nenne ich sie lieber Landschaftsroman, denn diese, die Steppe am See, die Berge und Wälder nahe und fern von Wien sind der Raum, in dem die Geschichten, ernst, aufwühlend und heiter, spielen.
Der französische Choreograf Thierry Malandain bestätigt mit der Wiener Premiere seines Nummernballetts Marie Antoinette, was schon im abgelaufenen Johann Strauss-Jahr zu erkennen war: Auftragswerke dämpfen die Kreativität, fördern den Krampf. Sie werden bezahlt, doch nicht gelobt. Auch Marie Antoinette, erbeten vom Unternehmen „Château de Versailles Spectacles“, ist so ein Auftragswerk, mit dem Malandains Ballet Biarritz 2019 das Publikum in der königlichen Oper im Schloss Versailles unterhalten hat.
Eine intime Familiengeschichte, von gesellschaftlicher Bedeutung. Christoph Poschenrieders Geschichten haben fast immer einen wahren, recherchierten Kern oder der Autor lässt historische Persönlichkeiten als Nebenfiguren auftreten. Der jüngste Roman, Fräulein Hedwig, spielt auch in der Vergangenheit, jedoch nicht in der öffentlichen, sondern in der privaten, in der Vergangenheit seiner eigenen Familie. Je mehr ich in dieser Familiengeschichte und im Leben von Fräulein Hedwig vorankomme, desto kälter wird mir.
Die Fledermaus, auch wenn sie nicht singt, jedes Opernhaus. Achtmal ist das in dieser Saison auch dem Wiener Staatsballett gelungen. Das von Roland Petit mit Esprit choreografierte Ballett Die Fledermaus, dirigiert von Luciano Di Martino, war ein voller Publikumserfolg. Die letzte Aufführung dieser Saison findet am Samstag, 13.12. statt. Mit der ersten Besetzung der Wiederaufnahme ist hinter die Vorhänge einer biedermeierlichen Idylle zu sehen.