Zum Hauptinhalt springen
Filter

Schubert Theater: Im Schatten der Träume

Helden, Verliebte und ein trauriger Clown treten auf, wenn der Circus Archetypus im Schubert Theater in die unheimlichen Tiefen des kollektiven Unterbewusstseins steigt. Im Schatten der Träume nennt Regisseur Simon Meusburger die aktuelle Aufführungsserie. Premiere war am 27.10. in der Währingerstraße.

Weiterlesen

makemake: „Wo ist Wald?“, Performance

Wenn im Dschungel Wien über den Wald gesprochen wird, dann verstehen auch hörbehinderte Kinder, was erzählt wird. In der Produktion Wo ist Wald? wird der Text von den vier Darstellerinnen auch in Gebärdensprache übersetzt. Musik und Töne werden als bewegte Grafik sichtbar gemacht. Eine Aufführung, in der Inklusion auf perfekte Weise praktiziert wird.

Weiterlesen

brut: Matteo Haitzmann badet im Styx

Matteo Haitzmann will den Löwen auch spielen. In seiner neuen Performance, Im Styx baden, tritt er als Performer, Musiker und Komponist auf, und singt auch – düstere Balladen von Einsamkeit und Isolation. Am 22.10. war Premiere im brut nordwest. 

Weiterlesen

Ballett Kallirhoe mit neuer Besetzung

Das zweiaktige Handlungsballett Kallirhoe von Alexei Ratmansky, zu Beginn der Saison mit der neuen Ballettdirektion Alessandra Ferri von Nancy Raffa und Eric Tamm mit dem Wiener Staatsballett einstudiert, soll den neu engagierten Tänzer*innen Gelegenheit geben, sich vorzustellen. So brillierte die zweite Vorstellung am 22.10. mit einer Besetzung der Solopartien. Ohne Premierendruck wirkte das gesamte Ensemble locker und gelöst. 

Weiterlesen

Alexei Ratmansky: „Kallirhoe“, Liebe und Krieg

Alexei Ratmansky hat einen antiken Roman verfilmt. Pardon, das ist Unsinn. Alexei Ratmansky ist Choreograf und hat mithilfe des Dramaturgen und Librettisten Guillaume Gallienne aus einem Abenteuer- und Liebesroman ein Ballett geschaffen. Kallirhoe, der Name der Hauptfigur und der Choreografie, feierte als Einstandsgeschenk der neuen Ballettdirektorin, Alessandra Ferri, mit dem Wiener Staatsballett Europapremiere. Madison Young, Erste Solotänzerin und Victor Caixeta, Erster Solotänzer, glänzten als Liebespaar. 

Weiterlesen

Ulduz Ahmadzadeh: „Malaika“, Wind aus dem Orient

Regisseurin Ulduz Ahmadzadeh und Bühnenbilder Till Krappmann zaubern orientalische Magie auf die Bühne. Persische Märchen- und Bühnenfiguren heben das Publikum auf einen fliegenden Teppich, der von einem Wind namens Malaika ins Land der Träume getragen wird. Malaika ist eine Tanzperformance für Kinder ab 6 und Erwachsene bis 106. Premiere war am 10.10. im Dschungel Wien.

Weiterlesen

Karin Pauer: „LOW“ – Kein Leben in der Tiefsee

Noch ist Leben unter dem Meeresspiegel. Zumindest auf der Bühne des brut, wo sich drei Figuren vorsichtig bewegen, als wären sie unter Wasser. Choreografin Karin Pauer und ihre Mittänzerinnen Ixchel Mendoza Hernández und Hugo Le Brigand tauchen in die Tiefsee und erzählen in der Performance von der Verschmutzung, Ausbeutung und Zerstörung der Meere. 

Weiterlesen

Claudia Bosse hört den Atem der Erde

Haunted landscapes or the breathing out of earth ist das vierte Kapitel in der Serie über verwundete Landschaften. Bisher hat Bosse mit ihrem Team die Wunden der Erde vor allem dort gezeigt, wo sie entstanden sind: in der Landschaft. Jetzt, da Nebel und Wolken die Sonne verschlingen und den Aufenthalt draußen unangenehm machen, ist sie unter das Dach des Tanzquartier gezogen und hört dort auch die Erde atmen.

Probenfoto: Was kann mit den Latexhäuten alles angefangen werden? Die Landschaft (landscape) – Der Wald, der Strand, das Meer, Nebel wallen, Vulkane spucken. Auch die Natur hat die Landschaft verletzt, hat Narben hinterlassen, die Oberfläche verändert. Ein faszinierendes Video aus Indonesien an der hinteren Wand.
Das Publikum – sitzt im lockeren Kreis um den Erdmittelpunkt, wird selbst zur Landschaft, hört wie Regisseurin Bosse von den Wunden und Narben erzählt. Nicht nur der Mensch mit seinen Bohrmaschinen und Spitzhacken verändert Land und Meer, Wüste und Wald, auch die Natur selbst, Wind und Wetter erodieren und polieren die Landschaft. Nicht nur in Europa, auch in Afrika und Indonesien (bald werden in Claudia Bosses atmenden Landschaften im Tanzquartier Kuhglocken die Gamelanmusik ersetzen). Demeter: Fresko von Cosmè Tura, 1430–1495. © lizenzfrei / wikipedia Die Wesen in der Landschaft: Fünf Tänzerinnen in Jeans, mit bloßem Oberkörper bevölkern die Erde, umtanzen den Mittelpunkt. Häute aus braunem Latex liegen übereinander, sie könnten auch den gesamten, sich ständig verändernden Planeten symbolisieren. Jianan Qu, Carla Rihl, Marcela San Pedro, Lena Schattenberg und Irwan Ahmett sind Erdgeister und Nixen, sind der Atem der Erde, keuchen, fauchen, säuseln, schnappen nach Luft, wandern durch die Landschaft, malen Zeichen in den Himmel, tappen im Nebel. Kämpfen gegen unsichtbare Feinde, bohren sich unter die Erdkruste, die Latexhäute werden zu wärmenden Mänteln, sind schwere Last, Schutz und Schirm.HadHHades entführt Kore auf einem Einhorn. Zeichnung von A. Dürer aus dem Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig.. © lizenzfreiDie fünf Wesen in der Landschaft sind auch Demeter, die griechische Fruchtbarkeitsgöttin, sind ihre Tochter, die Kore, Töchterchen, gerufen wird, doch Persephone heißt. Dieses arme Mädchen Kore / Persephone ist eines der ersten MeToo-Opfer. Hades, der Totengott, hat sie in der Unterwelt eingesperrtt. Die Oberwelt, die von Demeter zum Blühen und Grünen gebracht werden soll, verwandelt sich in eine Wüste. Die Tränen der Mutter eignen sich nicht zum Gießen. Ich mach‘ es kurz: Zeus, der Obergott, mischt sich ein, Hades erscheint bei der Mediation, Kore / Persephone darf ein halbes Jahr oben leben, dann muss sie wieder hinab, die Erde geht schlafen. Claudia Bosse denkt an ihre Zeit im Kindergarten und lässt eine Tänzerin mit Ton spielen und griechische Göttinnen basteln. Probenfoto: Das Video mit Landschaften an der hinteren Wand ist bereits eingeschaltet.
 Bosse zaubert durch das Niederreißen der vierten Wand, durch das Einbeziehen der Zuschauerinnen in die Bühnenlandschaft ein üppiges Bildertheater, in das jeder Einfall, jeder Effekt hineingepresst wird. Beschränkung und Reduktion zählen nicht zu den vielen Talenten der Claudia Bosse. Mit diesem Hang zur Endlosigkeit und Üppigkeit zerbröselt sie im Lauf von zwei Stunden ihre so präzise Choreografie, langweilt mit Wiederholungen und vielem bei ihr und bei anderen schon einmal Gesehenen. Was anfangs dicht war, wird flach, die Aussagekraft geht verloren, die Landschaft zieht sich zurück, verschwindet am Horizont.  Vor der Vorstellung: Die Landschaft wird zurechtgemacht. Nach 90 Minuten ist alles gesagt, alles gezeigt, alles gefühlt. Die Erde tut sich auf, die fünf Geister verschwinden darunter, verlassen die Landschaft, das Publikum rundum starrt ins Nichts. Ein effektvoller, eindrucksvoller, passender Schluss. Doch Applaus ist noch nicht angebracht, es fehlen noch 30 Minuten, die Coda. Aber die letzte Note ist längst verklungen, die Bilder sind verblasst und die Gedanken haben die Köpfe gefüllt. Ich fühle Mitleid mit den nimmermüden Protagonistinnen, die sich noch einmal aufraffen müssen, um eben dieses gar nicht so richtig aus der Installation gewachsene Schwanzerl anzuhängen.
Den schönen Schluss, wenn Gewitter und Sturm musikalisch lostoben, Wolken und Nebel sich als Video über die Landschaft legen und die Geister, Göttinnen, Erdmännchen und -frauen den Bodenbelag aufreißen und sich darunter verkriechen und Stroboskopblitze blenden bis die schwarze Nacht hereinbricht, dieses effektvolle Finale lasse ich mir nicht verwässern. Klammheimlich schleiche ich aus dem dämmrigen Raum.

Claudia Bosse: HAUNTED LANDSCAPES or the breathing out of earth, 25. – 26.10. 2024, Tanzquartier
Choreografie, Text, Raum, Objekte: Claudia Bosse  Claudia Bosse, Choreografie, Text, Raum, Objekte- Foto: © Elsa Okazaki
Performance: Marcela San Pedro, Lena Schattenberg, Carla Rihl, Jianan Qu, Irwan Ahmett, Claudia Bosse
Sound: Günther Auer; Dramaturgie: Adam Czirak, Krassimira Kruschkova; Kostüm: Julia Zastava ; Licht: Paul Grilj; Produktion, künstlerische Assistenz: Larry Meyer; Videoeinrichtung, Dokumentation: Markus Gradwohl; Technischer Support, Salzobjekt: Christopher Schulz;  Produktionsassistenz: Ines Kaiser;
Pressebetreuung: Die Kulturproduktion;  Kommunikation: Magdalena Knor
Fotos: © Eva Würdinger

Latente – Erkennen durch Berühren

Die Tänzerin / Choreografin Martina De Dominicis richtet in ihrer Performance Latente den Fokus auf den fünften Sinn, den Tastsinn, um vieles, was die Augen nicht sehen, ans Licht zu bringen. Was latent ist, kann man noch nicht sehen. In der Philosophie steht die Latenz für verborgene Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten, die den Augen verborgen bleiben, werden in Latente von De Dominicis gemeinsam mit der Tänzerin Magdalena Forster geweckt.

Weiterlesen

Ballett: Rollendebüts am Schwanensee

Mehrfache Rollendebüts machten die 258. Aufführung des Balletts Schwanensee zum Ereignis. Vor allem Erste Solotänzerin Ioanna Avraam, Solotänzer Arne Vandervelde und Halbsolist Calogero Failla haben mit ihren Figuren Premiere gefeiert. Auch wenn dem Publikum dieses persönliche Fest verborgen geblieben ist, tost der Applaus durch die Wiener Staatsoper. Er gilt vor allem der neuen Schwanenkönigin Ioanna Avraam und dem einfühlsamen Ballettdirigenten Paul Connelly.

Weiterlesen